Die Stadt Grevenbroich zieht eine positive Zwischenbilanz aus ihrem Smart-City-Reallabor. Seit Beginn des Projekts werden im Stadtgebiet verschiedene Sensoren getestet, um digitale Anwendungen unter realen Bedingungen zu erproben und daraus konkrete Einsatzmöglichkeiten für Verwaltung und Stadtgesellschaft abzuleiten.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt aktuell auf dem Grünflächen- und Bewässerungsmanagement. An drei Standorten werden bereits Bodenfeuchtesensoren eingesetzt. Sie liefern Daten darüber, wie viel Feuchtigkeit im Boden vorhanden ist und wann eine Bewässerung tatsächlich erforderlich wird. Gerade vor dem Hintergrund zunehmender Trockenperioden und steigender Anforderungen an den Schutz des Stadtgrüns kann diese Technik künftig helfen, Bewässerung gezielter und ressourcenschonender zu organisieren.
„Das Reallabor zeigt sehr konkret, wo digitale Technologien einen echten Mehrwert bieten können“, erklärt Christian Henicke, Smart-City-Manager der Stadt Grevenbroich. „Bei der Baumbewässerung sehen wir, dass Daten helfen können, Entscheidungen besser vorzubereiten und kommunale Aufgaben effizienter zu steuern.“
Perspektivisch soll die Sensorik deutlich ausgeweitet werden. Geplant ist, rund 30 weitere Standorte im Stadtgebiet mit entsprechender Technik auszustatten. Die Maßnahme wird im Rahmen des Förderprojekts KfW 444 „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“ bezuschusst. Die Umsetzung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den Stadtbetrieben Grevenbroich.
Neben der Baumbewässerung wurden im Reallabor auch weitere Anwendungsfälle erprobt, etwa zur Erfassung lokaler Wetter- und Umweltdaten. Nicht jeder Test ließ sich ohne Anpassungen in die Praxis übertragen. Gerade diese Erfahrungen sind jedoch Teil des Reallabors. „Das Reallabor hat uns gezeigt, wo digitale Technologien echten Mehrwert bieten, aber auch, wo Grenzen liegen oder Anpassungen erforderlich sind“, erklärt Henicke. Neue Technologien werden im echten Stadtraum noch bis Ende des Jahres getestet, bewertet und anschließend weiterentwickelt.
„Wir haben wichtige Grundlagen geschaffen und wertvolle Erfahrungen gesammelt“, so Henicke. „Jetzt geht es darum, die gewonnenen Erkenntnisse gezielt in die Praxis zu überführen und dort einzusetzen, wo sie den größten Nutzen für Grevenbroich bringen.“
Zum 01.01.2027 soll das Themenfeld Smart City organisatorisch im neu entstehenden technischen Dezernat verankert werden. Damit sollen insbesondere Anwendungen mit Bezug zu Stadtgrün, Infrastruktur und Klimaanpassung weiter in die praktischen Arbeitsprozesse eingebunden werden. Henicke übernimmt künftig eine neue Funktion innerhalb der Stadtverwaltung und wird seine Erfahrung aus dem Aufbau der Smart City Grevenbroich gezielt in die neue Aufgabe einbringen.
Die Stadt Grevenbroich setzt damit ihren Weg hin zu einer modernen, datenbasierten und zukunftsorientierten Stadtentwicklung fort.
Weitere Informationen zum Bereich “Smart City” finden Sie auf der Webseite der Stadt Grevenbroich (www.grevenbroich.de/smartcity)