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Frühe Hilfen: Gemeinsam Familien stärken und Kinder schützen

Netzwerktreffen in Grevenbroich informiert über Unterstützungsmöglichkeiten für Familien und frühzeitigen Kinderschutz

Welche Unterstützung gibt es für Familien rund um die Geburt eines Kindes? Und wie können Fachkräfte frühzeitig erkennen, wenn Eltern und Kinder zusätzliche Hilfe benötigen? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Teilnehmenden beim jüngsten Netzwerktreffen der Frühen Hilfen. Vertreterinnen und Vertreter aus der Jugendhilfe, von Beratungsstellen und Trägern der Frühen Hilfen nutzten die Gelegenheit, sich über bestehende und neue Unterstützungsangebote auszutauschen.

Ein Schwerpunkt des Treffens war die Vorstellung der Baby- und Mütterpflege durch Franca Rittmann. Das noch vergleichsweise wenig bekannte Angebot richtet sich an Familien, die insbesondere nach der Geburt eines Kindes Unterstützung im Alltag benötigen. Als examinierte Kinderkrankenschwester und Baby- und Mütterpflegerin begleitet Rittmann Eltern in einer Lebensphase, die neben vielen schönen Momenten auch mit Unsicherheiten und Belastungen verbunden sein kann. 

Die Unterstützung wird individuell auf die Bedürfnisse der Familien abgestimmt. Unter bestimmten Voraussetzungen können die Kosten von der Krankenkasse übernommen werden. „Gerade nach der Geburt verändert sich für Familien unglaublich viel. Manchmal braucht es einfach jemanden, der im Alltag unterstützt und für Entlastung sorgt. Mir ist wichtig, dass Mütter wissen, dass sie mit ihren Herausforderungen nicht allein sind und es konkrete Hilfsangebote gibt“, erklärte Franca Rittmann.

Ein weiterer Schwerpunkt des Netzwerktreffens war der frühkindliche gesundheitsorientierte Kinderschutz. Die Fachstelle Frühe Hilfen des Evangelischen Vereins für Jugend- und Familienhilfe verdeutlichte in einem Fachvortrag, wie wichtig es ist, mögliche Belastungen bereits während der Schwangerschaft und in den ersten Lebensjahren zu erkennen. Dabei spielen neben der körperlichen Entwicklung eines Kindes auch die emotionale Bindung, das familiäre Umfeld und die psychische Gesundheit der Eltern eine wichtige Rolle. 

Ziel ist es, Familien frühzeitig zu unterstützen, ihre Ressourcen zu stärken und möglichen Gefährdungen vorzubeugen. Wie entscheidend dabei die Zusammenarbeit unterschiedlicher Fachrichtungen ist, unterstrich auch die Netzwerkkoordinatorin der Frühen Hilfen aus dem Team Kinder- und Jugendförderung, Alexandra Gottwald: „Es gibt viele wertvolle Angebote für werdende Eltern und Familien mit kleinen Kindern. Entscheidend ist, dass diese auch bekannt sind und dort ankommen, wo sie gebraucht werden. Durch den regelmäßigen Austausch im Netzwerk lernen die einzelnen Fachkräfte sich und die unterschiedlichen Unterstützungsmöglichkeiten besser kennen, vernetzen sich und können so Familien gezielter helfen.“

Auch Jugenddezernent Florian Herpel betont die Bedeutung dieser Zusammenarbeit: „Frühe Hilfen leisten einen wichtigen Beitrag dazu, Familien von Anfang an zu begleiten und Kindern gute Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten. Unser Ziel ist es, Eltern frühzeitig zu stärken und ihnen bei Bedarf unkompliziert Unterstützung zugänglich zu machen. Ein gut funktionierendes Netzwerk ist dafür eine wichtige Grundlage.“ Das Netzwerk der Frühen Hilfen kommt viermal jährlich zusammen und bietet Fachkräften aus unterschiedlichen Arbeitsbereichen die Möglichkeit, ihr Wissen zu teilen, Kontakte zu vertiefen und gemeinsame Handlungsansätze weiterzuentwickeln. Letzteres geschieht zum Beispiel in konkreten Arbeitsgruppen. So sollen bestehende Hilfsangebote noch besser miteinander verknüpft und Familien möglichst frühzeitig erreicht werden.