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Bildung für nachhaltige Entwicklung (BnE)

„Nachhaltige Entwicklung hat sich längst als Leitbild für die humane Gestaltung des Zusammenlebens in unserer international verflochtenen Welt etabliert. Nachhaltige Entwicklung fordert von uns, Entscheidungen als Individuen und als Gesellschaft so zu treffen, dass auch zukünftige Generationen und Menschen in anderen Teilen der Erde möglichst viele Optionen für ihre Lebensgestaltung behalten. Spätestens seit dem „Brundtland- Bericht" der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung 1987 hat der Begriff „Nachhaltigkeit" eine beachtliche Karriere gemacht. Dies liegt natürlich nicht zuletzt daran, dass die enormen Risiken einer dauerhaften Verfehlung dieses Leitbildes sich immer deutlicher abzeichnen." (zitiert aus der Zeitschrift UNESCO heute, Nr.2, 2011)

„International, auf Bundesebene, in NRW und den BnE-Netzwerken vor Ort nimmt die Debatte Fahrt auf, auf welche Weise die - politisch gewollte - Implementierung des Konzepts Bildung für nachhaltige Entwicklung in das Bildungssystem nach 2014, dem Ende der UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung, langfristig und flächendeckend erreicht werden kann. [...]

Es fehlt weder an wissenschaftlicher Erkenntnis über die Notwendigkeit, das Bildungssystem im Sinne einer nachhaltigen gesellschaftlichen Entwicklung zu modernisieren, noch an politischem Konsens von den Vereinten Nationen bis zu einzelnen Landesregierungen in Deutschland, dass in diesem Sinne gehandelt werden muss. Es mangelt auch nicht an exzellenten Beispielen von Praxis einer Bildung für nachhaltige Entwicklung in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen oder Modellen gelungener Implementationsprozesse in Bildungseinrichtungen und in lokale Bildungslandschaften. Es gibt vielfältige Initiativen verschiedener staatlicher Ebenen und gesellschaftlicher Akteure, BnE strukturell ins Bildungssystem zu integrieren, die z.T. beachtliche Erfolge vorweisen können (z.B. NRW-Kampagne Schule der Zukunft)". (Klaus Kurtz, Leiter des geförderten Modellprojekts der Landeshauptstadt Düsseldorf „Schulnetzwerk Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)", 2012).

Bereits im Jahr 2000 veröffentlichte der Bundestag den folgenden Text:
„In Kapitel 36 der Agenda 21 ist niedergelegt, dass Erziehung, Bewusstseinsbildung und Ausbildung als Querschnittsthemen maßgeblich die Umsetzung aller anderen Kapitel der Agenda 21 beeinflussen. Damit wird die Umsetzung der Agenda 21 zum Gegenstand von Bildungspolitik, Bildungsplanung und jedweder Bildungspraxis innerhalb und außerhalb der Bildungsinstitutionen. Mit ihrer Unterschrift unter die Agenda 21 haben sich die Unterzeichnerstaaten auch dazu bekannt, Bildung und Forschung am Leitbild der nachhaltigen Entwicklung auszurichten sowie die Kapazitäten und Ressourcen zur Verfügung zu stellen, die dafür erforderlich sind. Die VN-Kommission für nachhaltige Entwicklung (CSD) hat 1996 und 1998 weitreichende Beschlüsse zur Umsetzung insbesondere zu Kapitel 36 („Education, Public awareness, Training") gefasst. [...] Der Deutsche Bundestag begrüßt die Beschlüsse der VN-Kommission für nachhaltige Entwicklung von 1996 und 1998 und betont seine Übereinstimmung mit der Absicht, Zielvorstellungen und Handeln der Akteurinnen und Akteure im gesamten Bildungswesen und in allen Bildungsbereichen unter dem Vorzeichen „nachhaltige Entwicklung" zu überprüfen, neu zu formulieren, aufeinander abzustimmen und in angemessene pädagogische Konzepte zu übersetzen." (Mehr Infos unter www.bundestag.de/dokumente/drucksachen/index.html (hier: Bundestagsdrucksache 14/3319))

Bildung für nachhaltige Entwicklung: Kontroversen um Prioritäten

„Sollen in erster Linie die Biodiversität erhalten, der Klimawandel gestoppt und der Ressourcenverbrauch reduziert werden? Soll in erster Linie auf den Ausgleich zwischen armen und reichen Ländern geachtet werden oder kommt es primär auf die ökonomische Entwicklung an, weil mit ihr die Bedingungen der Möglichkeit von Wohlfahrt geschaffen werden? Sollte man den Schwerpunkt der Aktivitäten auf die Veränderung des Konsumverhaltens legen oder eher auf die Förderung neuer Technologien? Muss man sogleich auf eine Balance insistieren oder gar verlangen, dass Prioritäten nicht zu setzen sind, weil es zwischen den einzelnen Aspekten zu viele Interdependenzen gibt? Die wissenschaftlichen wie politischen Differenzen sind in diesen Fragen beachtlich und substanzielle integrative Konzepte gibt es wenige. Dennoch herrscht in der Debatte größtenteils Einigkeit darüber, dass das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung einen weit reichenden Wandel in den Lebens-, Denk- und Handlungsweisen der Menschen erfordert.

Wenn es um einen weitreichenden mentalen Wandel - also um eine in ihrer ganzen Komplexität veränderte Kultur des Wirtschaftens, des Alltagslebens, der Gerechtigkeit und der Politik - geht, werden Prozesse veränderter Bewusstseinsbildung der Individuen notwendig. Diese sind nur über das Lernen - und zwar in einer veränderten Lernkultur - zu verwirklichen:
Über ein Lernen, das kaum noch dem Duktus von Belehrung und dem Verfahren folgen kann, bei dem sich die Schüler an Antworten auf Fragen herantasten müssen, über deren Richtigkeit die Lehrkraft entscheidet. Über ein selbsttätiges, entdeckendes, der Komplexität des Sachverhaltes angemessenes Lernen. Eine solche Lernkultur ist erforderlich, da nachhaltige Entwicklung den Einzelnen in erheblichem Maß neue Kompetenzen abverlangt. Sie benötigen Kompetenzen für die Beteiligung an und die Selbstorganisation von Verständigungs- und Entscheidungsprozessen - etwa in Bezug auf die eigenständige Aneignung und Bewertung von Informationen - Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit, Perspektivübernahme in Hinsicht auf die differenten Lebenslagen und Zielsetzungen in unterschiedlichen Kulturen sowie vorausschauendes Planen in vernetzten Systemen." (Gerhard de Haan, UNESCO heute, 2.2011)

Liste der teilnehmenden Schulen (Stand 01/2012):

  •     Mosaik Schule
  •     Erasmus-Gymnasium
  •     Realschule Bergheimerstraße
  •     Pascal Gymnasium