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Krützen: „Kurzfristige Kündigung des Bewegungsbads durch Kreis-Klinik ist eine Frechheit“

Geradezu überrumpelt wurde die städtische Volkshochschule von einem Schreiben der Rhein-Kreis Neuss Kliniken GmbH, mit dem am 21.11.2018 zum 01.01.2019 die Nutzung des Bewegungsbads im St. Elisabeth-Krankenhaus gekündigt wird. Die Auswirkungen sind erheblich: Bleibt es dabei, entfallen bei der VHS ersatzlos bis zu 14 Kurse für insgesamt 182 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

„Das Vorgehen ist in mehrfacher Hinsicht eine Frechheit“, meint Bürgermeister Klaus Krützen. „Erstens ist eine Kündigung mit diesem Vorlauf von circa sechs Wochen extrem kurzfristig. Zweitens hätte der Anstand es geboten, einen solch ungewöhnlichen und mit gravierenden Einschnitten verbundenen Schritt in einem Gespräch zu erläutern und nicht mit einem lapidaren Einwurfschreiben. Und drittens sollten Ursachen transparent und nachvollziehbar sein, was nicht der Fall ist.“

Erst auf Nachfrage durch den Ersten Beigeordneten Michael Heesch hat der Kreis nun per Mail versucht, das Vorgehen der Krankenhausgesellschaft zu begründen. Dabei wird deutlich, dass es einen akuten Anlass für die kurzfristige Schließung nicht gibt. „Es wird kein einziger Grund genannt, weshalb dieses kurzfristige Vorgehen notwendig sein soll. Zwar ist von einer möglichen Generalsanierung die Rede, solche Projekte aber haben in der Regel einen längeren Vorlauf, und nicht eben von November bis Januar. Sie fallen zudem nicht vom Himmel. Man hätte sich frühzeitig mit allen betroffenen Nutzern an einen Tisch setzen können und über weiteres Vorgehen und mögliche Ersatzlösungen sprechen können“, so Krützen.

Die Verwaltung suche derzeit nach Ausweichquartieren für die betroffenen Kurse, die deshalb im Programm unter Vorbehalt gestellt werden mussten. Ob alle Kurse durchgeführt werden können, ist allerdings sehr fraglich.

„Die Motivation der Entscheidungsträger wird an einer Stelle der E-Mail sehr deutlich“, ergänzt Krützen. „Dort ist formuliert: „Ob wir das Bad noch einmal eröffnen, wird sich letztlich an den betriebswirtschaftlichen Fakten entscheiden“. Es geht also ausschließlich um Kosten, Interessen der vielen Sportlerinnen und Sportler keine Berücksichtigung.“

Bürgermeister Krützen befremdet massiv, dass dies nach Schließung der Krankenhausküche und den Auswirkungen auf die Mittagsversorgung in einigen Kindertagesstätten schon der zweite Fall ist, bei dem die Stadt derart alleine gelassen wird. Der Bürgermeister wird gleichwohl mit dem Landrat das Gespräch zu diesem Thema suchen.