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Bürgermeister Klaus Krützen: „Baugebiet nur mit Bürgerbeteiligung und schlüssigem Verkehrskonzept“

Zur Diskussion über die verkehrliche Erschließung der in Aufstellung befindlichen Bebauungspläne „Am Heyerweg“ und „Hilmar-Krüll-Straße“ im Rahmenplan „Am Mevissen“ erklärt Bürgermeister Klaus Krützen:

„Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am 12.12.2019 auf Vorschlag der Verwaltung einstimmig mit den Stimmen von CDU, SPD, UWG, FDP, Mein Grevenbroich und Linke – bei Enthaltung der Grünen – den Aufstellungsbeschluss für die beiden Bebauungspläne gefasst. Die Planverfahren laufen nun. Im Rahmen der Planverfahren werden selbstverständlich auch die Fragen der verkehrlichen Erschließung geklärt. Es wird kein Baugebiet ohne schlüssiges Verkehrskonzept geben.
Als Grundlage dafür ist durch einen unabhängigen Gutachter eine Verkehrsuntersuchung durchgeführt worden. Diese betrachtet nicht nur die aktuelle Situation in Wevelinghoven und die Auswirkung der beiden Baugebiete, sondern umfassend auch alle weiteren aktuellen Projekte, wie die Gewerbeflächen an der Nordstraße, an der neuen Feuerwache, das neue LIDl-Lager und eine mögliche Erweiterung der Schule am Heyerweg. Außerdem wurde die allgemeine Verkehrsentwicklung einbezogen. Umfassender kann eine Grundlage für ein Verkehrskonzept zur Erschließung der Gebiete nicht sein.

Die Ausarbeitungen des Gutachters haben uns überrascht, weil er zu dem Ergebnis kommt, dass nur an wenigen Stellen im Straßennetz Anpassungen notwendig sind, um den Verkehr aus den beiden Baugebieten abwickeln zu können. Der Handlungsbedarf besteht zudem bereits jetzt, unabhängig von den Baugebieten, beispielsweise am Anschluss der Nordstraße an die K10 oder an den Anschlüssen an die L361. Die Verwaltung ist deshalb mit dem Kreis und dem Landesbetrieb Straßen.NRW im Austausch über diese und weitere Fragestellungen. Wir sehen aufgrund des Gutachtens die Straßenbaulastträger Kreis und Land bereits jetzt in der Pflicht, tätig zu werden.

Dem Gutachten kommt für die weitere Entwicklung von Wevelinghoven eine sehr hohe Bedeutung zu. Deshalb sollten wir uns die Zeit nehmen, es sorgfältig zu prüfen, Fragen zu klären und Abstimmungen mit den anderen Behörden vorzunehmen, bevor es im weiteren Planverfahren Berücksichtigung findet.

Neben den Abstimmungsterminen mit den Behörden ist es mir aber auch wichtig, die Hinweise aus der Politik und der Bevölkerung aufzunehmen. Deshalb habe ich die Bürgerinitiative bereits in der letzten Woche zu einem Gespräch eingeladen und werde die Ausarbeitung des Gutachters nun auch den Fraktionsvorsitzenden zur Verfügung stellen.
Das Planverfahren wird Schritt für Schritt weiter voranschreiten, mit allen Elementen insbesondere auch der Beteiligung der Bevölkerung. Das braucht aber Zeit, weil wir nichts über das Knie brechen wollen, sondern die Planungen sorgfältig erarbeiten. Verkehrskonzept und Bebauungsplan gehören untrennbar zusammen. Das scheint gelegentlich vergessen zu werden, wenn man sich an der Verwaltung abarbeitet.

Beginnend mit der Entwicklung des Rahmenplans hat es bislang wohl kaum ein Baugebiet gegeben, das so umfassend diskutiert worden ist und diskutiert wird. Es wird nichts durchgedrückt, sondern sorgfältig abgewogen, und auch Anpassungen vorgenommen. So habe ich bereits vor einem Jahr vorgeschlagen, das Gebiet zu verkleinern. Der vom Stadtrat beschlossene Rahmenplan sah 400 Wohneinheiten vor. Auf meinen Vorschlag hin hat sich diese Zahl um 25% oder 100 Wohneinheiten auf 300 Wohneinheiten reduziert. Das zeigt, dass ich die Sorgen der Anlieger durchaus ernst nehme.

Am Ende der umfangreichen Planverfahren, Vorlage aller Fakten und einer umfassenden Bürgerbeteiligung wird die Verwaltung der Politik einen Vorschlag unterbreiten, und die Politik wird entscheiden.“