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Grevenbroich nutzt seine natürlichen Ressourcen über, auf und unter der Erde und wandelt Wind, Sonnenenergie und Kohle in elektrischen Strom um.
Grevenbroich liegt an der größten zusammenhängenden Braunkohlenlagerstätte Europas (2.500 qkm). Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts wird hier Braunkohle zu Heizzwecken abgebaut. Heute sind in den Tagebauen zur Förderung des heimischen Energieträgers riesige Schaufelradbagger im Einsatz. Aus dem Rohstoff Braunkohle wird in zwei Kraftwerken Strom für Millionen Menschen erzeugt. Aufwändige Filter- und Abgasbehandlungsanlagen sorgen dabei, den Prozess so umweltverträglich wie möglich zu gestalten. Ab 2010 werden neue Kraftwerkseinheiten den Energie-Gehalt des Brennstoffs Braunkohle noch besser ausnutzen und den Ausstoß klimaschädlicher Gase deutlich verringern.
Im Rahmen von Forschungs- und Entwicklungsprojekten stellt man sich aber auch den Herausforderungen im Hinblick auf "alternative, regenerative" Energien. Schon 1991 entstand am Neurather See - einer rekultivierten Grube aus dem Braunkohlentagebau - eine Fotovoltaik-Anlage, mit der seither Forschung und Entwicklungsarbeit an Solarzellen betrieben wird. Die Anlage zählt noch immer zu den größten in Europa.
Neben Braunkohle und Sonnenenergie wird eine weitere Energiequelle erschlossen. Für die Nutzung des Windes bieten die Vollrather und die Frimmersdorfer Höhe - ebenfalls aus der Braunkohlegewinnung entstandene Halden - beste Standortbedingungen.
Auf der Vollrather Höhe stehen insgesamt 13 Windkraftanlagen. Sie erbringen etwa 20 Millionen kWh im Jahr. Das entspricht der jährlichen Versorgung von über 6.000 Vier-Personen-Haushalten oder rund 25.000 Einwohnern.
Auf der Frimmersdorfer Höhe wurde im Jahr 2000 ein Windkraftgelände zu Test- und Forschungszwecken eingerichtet. Seither können Hersteller und Betreiber von Binnenland-Windkraftanlagen ihre Produkte dort testen, optimieren und auch zertifizieren lassen. Die "Windtest Grevenbroich GmbH" stellt hierzu Standorte, Fachpersonal und modernste Messtechnologie zur Verfügung.
Strom aus Braunkohle bildete auch die Basis für die Ansiedlung einer Aluminiumhütte in Grevenbroich. Heute wird hier Spitzenqualität in Aluminium produziert. Im größten Kaltwalzwerk Europas werden Aluminiumfolien und -bänder für den Einsatz in der Verpackung, im Automobil- und Transportsektor, für Offsetplatten sowie für die Bau- und Freizeitindustrie hergestellt. Im Werk nebenan werden Aluminiumschrotte eingeschmolzen und zu neuen Legierungen u.a. für die Automobilindustrie gegossen. Auch die Gewinnung von hochreinem Aluminium für die Elektrotechnik, Luft- und Raumfahrt wird hier betrieben.
Große und namhafte Unternehmen aus der Nahrungsmittelindustrie, der Recycling-Wirtschaft und des Anlagen- und Maschinenbaus haben ebenfalls ihre Betriebstätten in Grevenbroich.
2.000 ansässige Unternehmen bieten über 26.000 Menschen Beschäftigung. Davon entfallen inzwischen mit ca. 13.250 Arbeitsplätzen mehr als die Hälfte auf den Dienstleistungssektor. Das Handwerk ist mit knapp 400 Betrieben und rund 2.900 Arbeitsplätzen vertreten.